Geschichte Fernsehen in Deutschland
Die Erfindung des Fernsehens fand in Deutschland statt, los ging die Übertragung in den 1930er Jahren, bis sich das Fernsehen im Laufe der Zeit zu einem Massenmedium entwickelt hat. Von der ersten Schwarzweißübertragung bis zum heutigen sogenannten Streaming-Zeitalter zeigt die Geschichte, wie sich Technik, Programme und Sehgewohnheiten in fast 100 Jahren verändert haben.

Zeitleiste Geschichte des Fernsehens

1930er-Jahre

  • 22. März 1935: Start von Live-Fernsehsendungen durch den Deutschen Fernseh-Rundfunk in Berlin. Weltweit war dieses der erste regelmäßige Fernsehprogrammdienst. Fernsehen blieb da jedoch eine technische Besonderheit, denn der Empfang war nur in wenigen öffentlichen Fernsehstuben möglich.

1950er-Jahre

  • 25. Dezember 1952: Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) startet die erste regelmäßige Fernsehausstrahlung der Bundesrepublik Deutschland.
  • 1954: Die erste Live-Übertragung einer Fußball-Weltmeisterschaft ist bis heute ein Highlight. Das allseits bekannte Finale Deutschland gegen Ungarn verfolgten viele Zuschauer vor den Schaufenstern von Elektrogeschäften, denn es gab nur wenige Ferngeräte, da diese für damalige Verhältnisse kostspielig waren.
  • 1956: Einführung des Fernsehspiel-Tages, erste regelmäßige TV-Krimis und Serien starten.
  • 1957: Beginn der Tagesschau als Nachrichtensendung.

1960er-Jahre

  • 1. April 1963: Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) beginnt mit der Ausstrahlung.
  • 25. August 1967: Einführung des Farbfernsehens in Deutschland zur beginnenden Internationalen Funkausstellung in Berlin. Erste Farbübertragung: eine Ansprache von Vizekanzler Willy Brandt.

1970er-Jahre

  • 1971: Das erste Frühstücksfernsehen startet mit der Sendung „Der fröhliche Wecker“.
  • 1972: Die Olympischen Spiele in München werden umfangreich im Fernsehen übertragen.
  • 1977: Einführung des Videotexts (Teletext) durch die ARD.

1980er-Jahre

  • 1984: Start des Privatfernsehens in Deutschland mit Sat.1 und RTL.
  • 1986: Erste deutsche Talkshows (wie „3 nach 9“) gewinnen an Popularität.
  • 1988: Einführung der Fernbedienung als Standard in Haushalten.

1990er-Jahre

  • 1990: Erste Live-Übertragungen des deutschen Einheitsprozesses im Fernsehen.
  • 1993: Erster digitaler TV-Kanal mit DF1, Vorläufer von Premiere (später Sky Deutschland).
  • 1995: Einführung des Morgenmagazins im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
  • 1998: Start von Digitalfernsehen (DVB-S, DVB-C) über Satellit und Kabel.

2000er-Jahre

  • 2002: Einführung des digitalen Antennenfernsehens (DVB-T).
  • 2003: Start der ersten Reality-TV-Formate wie „Big Brother“.
  • 2008: Erste HDTV-Übertragungen, vor allem bei Sportveranstaltungen.

2010er-Jahre

  • 2012: Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens in Deutschland.
  • 2017: Einführung von DVB-T2 mit HD beim Antennenfernsehen.
  • Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime und YouTube werden populär und gewinnen immer mehr Kunden, im Gegenzug verlieren bisherige TV-Sender Marktanteile.

2020er-Jahre

  • 2022: ARD und ZDF setzen verstärkt auf digitale Mediatheken und Streaming.
  • 2023: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk diskutiert über eine mögliche Reduzierung linearer TV-Kanäle zugunsten von On-Demand-Inhalten.
  • 2024: Immer mehr Sender setzen auf KI-generierte Inhalte und personalisiertes TV.

Das Testbild

Testbild am FernseherHeute fast in Vergessenheit geraten, gab es früher zum Sendeschluss der Sender ein TV-Testbild. Oft begleitet von einem schrillen Pfeifton oder einem Radioprogramm. Nachdem immer mehr Sender auf einen 24-Stunden-Betrieb umgestellt hatten, wurde es in Deutschland nach und nach abgeschafft. Mit der Abschaltung des analogen Fernsehens (Satellit: 2012, Kabel: 2018) verschwand das Testbild endgültig.

Zukunftsausblick
Meine Prognose 2025: Das Fernsehen wird sich noch weiter in Richtung Streaming, interaktive Inhalte und KI-basierte Empfehlungssysteme entwickeln. Hingegen wird das lineare TV-Format erheblich an Bedeutung verlieren.